Mircea Nedelciu – ein Klassiker?

Mircea Nedelciu | November 01, 2008
Critic: Sanda Cordoş
Translated by: Peter Rösch

 

Der Schriftsteller Mircea Nedelciu hat seinen 49. Geburtstag nicht mehr erleben dürfen. Von diesen 49 Lebensjahren hat er 39 in einem totalitären Regime verbracht, die restlichen zehn im Angesicht von Krankheit und Tod. Am 12. November 1950 in Fundulea in einer Bauernfamilie geboren, besucht er die Volksschule in seinem Heimatdorf, das Gymnasium in Brăneşti und die Philologische Fakultät in Bukarest (Fachrichtung Rumänisch/Französisch). Er wächst in einer Familie auf, die den Eintritt ins Kollektiv zu verschleppen versucht (weshalb die ältere Schwester schließlich ein Jahr von der Universität ausgeschlossen wird) und verbringt seine Studienzeit im engagierten, professionellen und relativ freizügigem Klima Bukarests am Ende der 60er-Jahre (so freizügig, dass es fast schon den Anschein von Normalität vermittelt). Die Zeit vertreibt er sich damit, ausländische Zeitungen sowie westliche Gegenwartsliteratur und -literaturtheorie zu lesen, sich in freigeistigen Diskussionen mit Kommilitonen der gleichen Generation zu üben (die teilweise im von Ovid S. Crohmălniceanu geleiteten „Junimea“-Zirkel ausgetragen werden). Seine Geistesfreiheit (sowohl bäuerlichen als auch intellektuellen Ursprungs) bewahrt er sich auch nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1973 weiter, indem er auf finanzielle und politische Absicherung verzichtet. Dieses Schicksal teilt er übrigens mit den meisten Schriftstellern, die wie er der sogenannten 80er-Generation angehören und denen das Schreiben als freiberufliche Professionelle zum Überleben nicht ausreicht, die allerdings auch nicht bei Zeitungen oder im Verlagswesen unterkommen (wobei wiederum Parallelen zu der Vorgängergeneration bestehen). Nachdem er die ihm von den Behörden zugewiesene Stelle als Lehrer im Donau-Delta ablehnt, hält er sich durch Gelegenheitsjobs über Wasser (Touristenführer der Nationalen Tourismusbehörde ONT ist seine kontinuierlichste Tätigkeit), was ihn auch mit den Folgen eines derartigen, vom Regime als parasitär betrachteten Lebens vertraut macht, als er nämlich 1977 für einige Wochen wegen „Handels mit ausländischen Währungen“ in Haft genommen wird. Im Jahre 1982 erhält er eine Stelle als Buchhändler beim Verlag „Cartea Românească“ (der erste Arbeitsvertrag seiner Karriere), sein Arbeitsplatz wird zum (später legendären) Treffpunkt junger Schriftsteller, die nicht aus der Hauptstadt stammen und – politisch nicht auch literarisch – eher am Rande stehen. Für zwei ‚politische Fehler’ muss er weiter die Ungunst der Behörden erdulden: erstens ist er kein Parteimitglied, zweitens lebt der Bruder seiner Frau in den Vereinigten Staaten.

„Ich, ein gewisser Mircea Nedelciu...“

Mircea Nedelciu feiert sein Debüt 1979 mit dem Kurzgeschichtenband Abenteuer in einem Innenhof[1] und über das darauf folgende Jahrzehnt verteilt, erscheinen fast alle seiner zu Lebzeiten veröffentlichten Werke: Der kontrollierte Halleffekt[2], Änderungsantrag zum Eigentumstrieb[3], Die wilde Himbeere[4], Die Fabulationstherapie[5], Gestern ist auch noch ein Tag[6]. Obgleich aus der selben Schaffensperiode stammend, wurden der Roman Die Frau in Rot[7] und die erotische Prosa Die Geschichte aller Geschichten der 80er-Generation[8] erst später veröffentlicht.

Als nach der Dezemberrevolution von 1989 für ihn eine neue Welt[9] beginnt, eine etwas wohlwollendere Welt, die besser zu seinem Freigeist und Umsetzungsdrang passt, ist sein Leben gezeichnet und umgeworfen von einer Krankheit – dem Hodgkin-Lymphom – deren  Symptome bereits 1988 aufgetaucht waren, ohne dass sie damals bereits zur zutreffenden Diagnose geführt hätten. In Frankreich muss er sich einem äußerst komplizierten chirurgischen Eingriff unterziehen und den Rest seines Lebens wird er an den Rollstuhl gebunden bleiben. Er übernimmt den Aufbau und die Leitung einer rumänisch-französischen Assoziation zur weiteren Verbreitung von Literatur, engagiert sich aktiv für die Zunft der professionellen Schriftsteller und schreibt weiterhin, wenn auch mit Unterbrechungen, die ihm der Rhythmus seiner Krankheit diktiert, und begleitet von der Angst, dass das Schreiben selbst, das heißt eine bestimmte Art des Schreibens, ihn verlassen könnte. Dabei konzentriert er sich vor allem auf einen Roman mit leicht sichtbarer autobiografischer Ebene: Sternzeichen Schmetterling[10], der im Jahre 2000 postum beim Verlag Compania erscheint. In dieser, auf eine harte Probe gestellten Existenz zeigt Mircea Nedelciu außergewöhnliche Stärke, eine unbeugsame und uneingeschüchterte Lebensader, die Alexandru Muşina[11] ihn mit einem Helden vergleichen lässt, unerbittlich und männlich wie nach antiker Definition: „Seine Großzügigkeit, seine Hochachtung der Freundschaft, sein Ehrgefühl und vor allem seine Gelassenheit dem Tode gegenüber hoben ihn diskret, aber offensichtlich überall, wo er gerade war, aus der Masse heraus.“[12] Tatsache ist, dass Mircea Nedelciu während seines schrecklichen, unfairen (und gerade deshalb tragischen) Kampfes gegen den Tod  innerlich seine lebensbejahende Einstellung behauptet und stets und beharrlich dem Leben näher bleibt als dem Tod. „Er dachte optimistisch“, wiederholen jene, die ihm in den letzten Jahren nahe standen. In einem Interview, das er 1996 bei seiner zweiten Rückkehr aus Frankreich Viorica Rusu gibt, erklärt er: „Um auf die vorher angesprochene Beklommenheit zurückzukommen, so gibt es zwei Arten, mit ihr umzugehen: Entweder du gibst ihr klein bei und überlässt es anderen, etwas zu unternehmen. Während du allerdings aufgegeben hast. Oder du kämpfst. Aus den unterschiedlichsten Gründen bin ich nie an diesem Moment der vollständigen Kapitulation angelangt. Nicht einmal damals, als ich mit dieser unglaublichen Summe konfrontiert wurde [70.000$, die Therapiekosten, S.C.]. Mein erster Gedanke galt eventuellen Lösungswegen. Ich spielte alle Möglichkeiten in Gedanken durch, natürlich bis auf die eine, die lautete ‚nie im Leben krieg ich das Geld zusammen’, gleichzeitig schloss ich allerdings auch alle Lösungen aus, für die ich mich hätte erniedrigen müssen.“[13] In seinem letzten Lebensjahr hält er daran zu glauben fest, dass „Verzweiflung trotz allem eine Sünde ist“[14] und selbst als sein Ende bereits naht, erklärt er – in einem erschütternden, der Nachwelt hinterlassenem Text – dass er sich darauf vorbereite, Gott entgegenzutreten und dass er ungebrochen gegen den Tod ankämpfe: „Ich weiß, die Zeit scheint jetzt sehr kurz geworden zu sein, nicht mal dass es noch gehen würde, alles, was einem durch den Kopf saust, zu Blatt zu bringen. Auswahlentscheidungen müssen getroffen, Kostproben durchgeführt werden, du musst dazu in der Lage sein, deine Arbeitsschritte umgekehrt wie der Schneider auszuführen: einmal messen und zehn Mal schneiden, lieber skizzieren und suggerieren, als alles bis ins letzte Detail zu entwerfen. Aber das sind Dinge, die man lernt; das heißt eigentlich muss man sie nicht mal lernen, sondern sie kommen ganz von allein, wenn die Zeit drängt, die, wie ich vorher bereits sagte, den Eindruck vermittelt, sich nur noch auf ein sehr geringes Stück verkürzt zu haben. Was dich dort am anderen Ende dieses kurzen Stückes erwartet, gewinnt an Form (widerlicher Form) und blickt unablässig zu dir. Schon früher wusstest du um diesen Schatten da drüben, aber du tatest nichts anderes, als ihn zu ignorieren, ihn in weite Ferne zu rücken, ihm beim Proben deiner Rollen so gut es ging den Rücken zuzudrehen, ihm ab und an die Zunge rauszustrecken, im besten Wissen, dass er selbst ja auch nicht ganz ernsthaft zu dir rüberschauen kann. Damit ist es jetzt aus, die Konfrontation ist unausweichlich, du musst kämpfen und kannst dich nicht mehr drücken. Erinnere ihn daran, wie hässlich er ist, während das Leben doch so schön ist, verlass dich auf das Stück, das euch beide noch voneinander trennt, als sei es extrem elastisch, dehnbar und in unendlich viele Teile aufspaltbar durch unzählige Methoden, darunter auch das Schreiben, das Ausbreiten von Ideen auf einem Blatt Papier also. Der Zweikampf ist in seine entscheidende, lebhafte Phase getreten, in der jeder begangene Fehler einen doppelt, dreifach, vierfach so teuer zu stehen kommt, ein weiterer Grund dafür, besser keinen zu begehen. Was das angeht, kann die Position des horizontalen Menschen geradezu ein Trumpf sein: du kannst nicht mehr nach unten fallen, es gibt für dich nur vorwärts oder rückwärts (ein strategisches Rückwärts versteht sich natürlich). Es wird sich zeigen, wohin das alles führen mag, aber so viel sei schon mal gesagt: ich habe einige Tricks entdeckt (bei manchen Gegnern ergäbe es ohne Tricks gar keinen Sinn, überhaupt zu kämpfen). Zum Beispiel ausführlich ein gesundes Bein zu beschreiben, die Zehen, wie sie sich frei nach unten oder oben ausstrecken, die Beweglichkeit eines feinen Knöchels, die spielende Leichtigkeit der Waden und Schenkel beim Tanz – das alles macht meinem abscheulichen Widersacher seine Strategie zunichte. Denn er weiß zwar, dass meine Beine bereits ihm gehören, ich spreche allerdings nicht von meinen Beinen, sondern von anderen: es gibt so viele und wird immer neue geben!“ (Der horizontale Mensch[15]) Als dieser Text gedruckt wird, können nur noch die Worte auf dem Papier von der Schönheit des Lebens reden. Der Schriftsteller Mircea Nedelciu stirbt am 12. Juli, vier Monate vor seinem 49. Geburtstag.

„Die Dinge geschehen so, wie ihr sie auffasst“

Literaturkritiker und -wissenschaftler haben schon immer dazwischen unterschieden, wie Mircea Nedelciu schreibt und über was er schreibt, die experimentelle von der realistischen oder existenziellen Dimension getrennt (selbst wenn sie die Absicht hatten,  beide in Einklang zu bringen). Während am Anfang der Rezeptionsgeschichte noch ein Hang dazu besteht, das Innovative an seinem Werk zu unterstreichen, so liegt in der Periode danach der Hauptfokus darauf, die Konsistenz der Aussage hervorzuheben und Kongruenzen mit traditionellen Literaturmodellen auszumachen. Die Meinung Gheorghe Crăciuns, seinerseits selbst Prosaautor und Verfechter des literarischen Experiments, scheint mir symptomatisch auf eben diesen Wandel (als auch auf gewisse Schwierigkeiten bei der Lektüre) hinzudeuten, wenn er so weit geht, in Bezug auf die Kurzgeschichten seines Kollegen folgenden Satz zu schreiben, der, wie dazu gesagt werden muss, auch Crăciuns Verbitterung wiederspiegelt über die Degradierung der kritischen Interpretation zur schlichten Buchführung der Innovationen, zur Inventarliste der stilistischen Verfahren: „Mircea Nedelciu ist kein Avantgardist (dessen Beschäftigung darin liegt, die Sprache zu unterminieren und ihre Untauglichkeit aufzuzeigen), er ist nicht einmal ein experimenteller Autor (dessen Beschäftigung in der Erkundung der Sprachgrenzen liegt).“ (Ein Außenseiter des Literarischen)[16] Um ein vollständiges Bild des Autors zu erhalten, darf man meiner Meinung nach, einen so offensichtlichen und konstitutiven Teil seines Werks nicht ausblenden. Klar hat das Experiment Mircea Nedelciu permanent beschäftigt (mit größerer Intensität in den Anfangsjahren, so wie seine ersten drei Bände geradezu programmatisch experimentellen Charakter besitzen) und es gilt als bewiesen, dass es ihm gemeinsam mit den anderen Vertretern der 80er-Generation[17] gelungen ist, eine neue Produktions- und Verstehensweise von Prosa durchzusetzen und so entscheidend dazu beizutragen, die literarische Welt in Rumänien mit einigen Verfahren vertraut zu machen, die heute gang und gäbe geworden sind: von der Technik der Einschübe und Zitate bis zur Erzählweise in der zweiten Person Singular, von der Kreuzung und Fragmentierung mehrerer im gleichen Text erscheinender Geschichten bis zur Vervielfachung der Variationen etc. Diese „Wasserfälle der unterschiedlichen Verfahren“ – wie sich Nedelciu in Eine neue Hauptperson[18] ausdrückt – stellen durchaus kein Ziel an sich dar, viel mehr sind sie notwendige Mittel, die sich anderen Zielen unterordnen: Zum einen soll die Beziehung zwischen Autor, Leser und Figur verbessert, sprich aktiviert werden, frei nach Nedelcius Regel aus dem Dekalog[19]: „Erzähler, Zuhörer und Held einer Geschichte sind ihre Anteilseigner“. Zum anderen soll gewährleistet werden, dass der Text sich adäquater in eine pluralistische und variierende Wirklichkeit einfügt, die aus sich wild kreuzenden oder willkürlich auseinanderdriftenden Fragmenten besteht.

Heute, wo Mircea Nedelciu im Begriff ist, den Eingliederungsprozess in den Kanon zu durchlaufen (das heißt institutionelle Anerkennung zu finden) und dabei auch seine Tauglichkeit als Klassiker auf die Probe gestellt wird (also die Universalität seines Diskurses geprüft wird), ist die Frage durchaus gerechtfertigt - der man mit dem ganzen Anspruch nachgehen muss, die ein großer Schriftsteller einfordert -, ob Nedelciu lediglich ein Techniker des Diskurses ist oder ob er, neben dieser unbestreitbaren Fähigkeit, auch ein Künstler ist, ob er lediglich über die Virtuosität verfügt, Gerüste und Modelle zu konstruieren oder ob er in seinen Texten lebendige, einzigartige, unvergleichbare Welten entstehen lässt. Die Beantwortung dieser Frage setzt zwei grundsätzliche Vorbemerkungen voraus: das Prädikat ‚Klassiker’ ist jenen Schriftstellern zugedacht, die die Fähigkeit und den Willen zur Innovation besitzen, die innerhalb der Sprache, der Wahrnehmung und der Subjektivitätsentwürfe einen Meilenstein setzen, allerdings ist auch bekannt, dass nicht alle Erneuerungsbemühungen eines Künstlers die Spitzenklasse erreichen, dass manche, auch wenn sie ein Zeugnis für die Ernsthaftigkeit und das Verantwortungsbewusstsein des Experimentators ablegen, das Stadium aufrichtiger Übungen nicht überschreiten. Diese Beobachtungen sind auch auf die Kurzgeschichten Mircea Nedelcius übertragbar: einige seiner Texte bescheinigen zwar diskursive und ästhetische Fähigkeiten, zeugen von Konzentration, Anstrengung und Professionalität, ohne jedoch die künstlerische Güte zu erreichen, die sich aus dem Gesamtwerk ableiten lässt. Dafür sind andere von so äußergewöhnlicher literarischer Qualität, dass sie jeglichen Zweifel daran ausräumen, ob der Techniker und Stratege Nedelciu nun auch ein artistischer Meister des Erzählens sei. Auf den folgenden Seiten möchte ich bei ein paar der gelungensten und vollendeten Kurzgeschichten Halt machen, in denen Nedelciu dem Leser die Möglichkeit offenbart, sich der existenziellen Themen seines eigenen Lebens bewusst zu werden und die Figuren die Fragen aussprechen zu lassen, die einen selbst bewegen und nie zur Ruhe kommen lassen und die der Autor auf einzigartige Weise, wie es nur ein großes Talent versteht, zu hoher Kunst geformt hat.

Der Großteil der Kurzgeschichten ist der unmittelbaren, alltäglichen Wirklichkeit entrissen, wobei oft das Motiv des Reisens (mit den dazugehörigen Varianten des Vagabundenlebens und Durch-die-Welt-Streunens) im Vordergrund steht und Schicksalsschläge (die für traditionellere Prosa charakteristisch sind) weniger das Interesse des Autors erwecken als die kaleidoskopische Wirklichkeit, die es zu erforschen gilt. Über die Figurengestaltung gelingt es Mircea Nedelciu eine mosaikartige Welt der unterschiedlichsten Charaktere und vor allem auch unterschiedlichsten Ausdrucksweisen zu erschaffen, die bis auf die kleinste sprachliche Eigenart in äußerst unterhaltsamer Weise wiedergegeben werden. Die meisten dieser Figuren sind ständig unterwegs, wie z.B. Great Bibi, der „ohne Rücksicht auf Müdigkeit, Schlafmangel und Unlust aufbrach“ oder wie auch unzählige andere Personen, seien es Fahrer, Freiberufler oder – Nedelcius Lieblingsberuf – Touristenführer, da nämlich „ein Reiseführer einen Ausschnitt der näheren Welt zeigt“. Mittels dieses Reisemotivs gelingt es dieser Prosa in ihren Glanzstunden ein genaues Bild der orientierungslosen oder zumindest irritierten Innenwelt jener Figuren zu zeichnen, die nicht anhalten, um den Moment zu umgehen, in dem sie sich dem Nachdenken stellen müssten und die auf äußere Stimmen hören, um die innere Stimme nicht mehr vernehmen zu müssen. Stellt sich dennoch eine Ruhepause ein, sehen sich diese speziellen Figuren mit kleineren oder größeren emotionalen Erdbeben konfrontiert, die von dem lautlosen Weinen des Landstreichers Alexandru Daldea zum Selbsmordversuch der türkischen Dilaré variieren[20]. Verlassen sind auch die Jugendlichen aus Abenteuer in einem Innenhof, die  sich an der Schwelle zum Erwachsenwerden befinden (ihre Volljährigkeit steht kurz bevor) und in ihrem Leben nicht von Tragödien verschont geblieben sind: zwei von ihnen sind Waisen und hören eines kalten Sonntags die Geschichte eines dritten, dessen Bruder gestorben ist. Jedoch gelingt es den Protagonisten, der grauen Welt um sich herum ihre ganz eigenen Traum- oder Projektionsbilder gegenüberzustellen. Der Erzähler erregt dabei unaufhörlich eine paradiesische Atmosphäre: „ein paar komische glänzende Kugeln, die in einer Art Schwerelosigkeit umherschweben und die du, genauso schwerelos, einsammeln kannst, wenn dir gerade danach ist“, wobei „die Kugeln Stunden oder Tage sein könnten und aus ihnen allen kannst du dir aussuchen, welche du nun leben möchtest“. Und die Figuren erkennen sich im merkwürdigen Bild vierer Männer wieder, „die langsam dahergingen, ihre Stöcke auf dem Rücken mit sich tragend, sicher nach irgendetwas auf der Suche, wir wussten nicht nach was, wahrscheinlich aber nach, warum denn nicht, Vogelspuren oder den Spuren eines bestimmten Vogels“.

Ebenfalls von zerbrechlicher innerlicher Verfassung ist der Ich-Erzähler der atemberaubenden Geschichte Eine Partie „Taxi-Sauvage“[21]. Seitdem ihn vor fast einem Jahr seine Freundin verlassen hat, befindet er sich ununterbrochen in einem Zustand der emotionalen Genesung, den er durch eine chaotische Lebensweise am Rande der Gesellschaft als auch durch das Eingehen und Heraufbeschwören „sinnloser Gefahren“ zu überwinden sucht. Zusammen mit Great Bibi und G.V., die sich ebenfalls vom Leben enttäuscht fühlen, lebt er in einem schäbigem Dachboden, wobei der Autor ein wahrhafter Meister der Beschreibung der kalten und ungastlichen Räumen ist, in denen die Heranwachsenden ihren Sorgen und Enttäuschungen Luft machen[22]. Die drei arbeiten illegal als Taxifahrer, wobei sie das Benzin ebenfalls illegal über einen Piloten vom Flughafen beziehen. Das instabile Gleichgewicht, das die alltäglichen Touren, ein gewisser Humor und der unvertraute Lärm der Straßen nur zeitweilig sichern konnten, löst sich endgültig auf, als Great Bibi hört und den anderen weitererzählt, wie ein achtjähriger Junge an Hämophilie gestorben ist. Diese seltsame tragische Geschichte wirft die drei Protagonisten ins Ausgeschlossensein zurück, entlarvt die Sinnlosigkeit ihres eigenen Lebens, was G.V. ganz offen durch die emphatische Frage ausspricht, die in unterschiedlicher Ausformung viele Figuren aus Mircea Nedelcius Werk bewegt: „Welches integrierende Element fehlt denn dieser Welt?“

Einer Selbstkonfrontation – diesmal in einem anderen Alter – sieht sich im kontrollierten Halleffekt auch Gregor Vranca gegenüber, dessen Vorgesetzter von ihm verlangt, einen Denunziation über einen noch höheren Vorgesetzten aus dem Ministerium zu schreiben. Vranca, der Buchhalter von Beruf ist, versucht sich damit abzufinden, dass es ihm wohl an Heldentum mangelt, während sein Freund, der Maler, ihm seinen niederen Charakter und sein ängstliches Naturell offen legt: „Du biss jetz `en Mäuschen, mein Lieber, sagte der Maler, `en graues Mäuschen mit schreckhaften Äuglein.“ Dabei ist anzumerken, dass das Motivs des „Halleffekts“ zwei Bedeutungsebenen öffnet: zum einen eine intratextuelle, da der Maler an einem Gemälde arbeitet, das den Titel „Echostraße“ trägt, während von der anderen Hauptperson verlangt wird, das demaskierende „Echo“ einer trivialen Szene zu spielen; zum anderen ist allerdings der gesamte Text auch auf intertextueller Ebene als Echo zu interpretieren, da ja Gregor Vranca offensichtlich eine späte Hypostase Gregor Samsas aus Kafkas Verwandlung darstellt.

Eine ungewisse, unvollendete Identität vereint auch jenen Figurentyp, der seine familiäre Herkunft ergründen will (ein weiteres Leitmotiv im Gesamtwerk des Autors). Eine unüberwindliche Distanz trennt die Generationen, handle es sich nun um einige Bauernsöhne, die nicht mehr den Dialekt ihrer Eltern sprechen und entgegen der Einfachheit, in der sie aufgewachsen sind, eher nach dem Muster „eines Romans aus dem Barock“ leben (Reisen angesichts der Negation[23]) oder handle es sich um Söhne aus verruchten, sittenlosen Großstadtfamilien. Im Grunde sind es Waisen, genau so wie all die anderen Erben der trüben `50er-Jahre, über die niemand aus dieser Generation ein klares Wort sagen kann: „Die, die man fragt, tun so, als wüssten sie Wunder was, aber sollen sie mal erzählen anfangen, weiß keiner von ihnen mehr, was er sagen soll. Einige meinen dann, es war schlimm, anderen zufolge war’s wohl in gewisser Weise besser, ich hab wirklich keine Ahnung, was wir von all ihren Geschichten da halten sollen“ (Änderungsantrag...). Diese Figuren sind sich somit im Unklaren darüber, wer moralisch gesehen wirklich ihre Eltern sind, so dass sie zwischen Opfer- und Aggressorenhaltung hin- und herpendeln wie z.B. im Falle von Bebe Pîrvulescu (aus dem Änderungsantrag...) oder von Marcel Rădulescu (aus Die Chrysanthemen der Tundra[24]). Die Väter von beiden sind Offiziere, die für den staatlichen Repressionsapparat arbeiten, während die große Liebe ihrer Mütter ein Staatsfeind war[25].

Aus dem Kreis der Kurzgeschichten, die das Alltägliche thematisieren und insgesamt das Bild einer ähnlich strukturierten, homogenen Welt liefern (nicht zuletzt dadurch, dass einige Personen vom einen in den nächsten Text mitwandern), heben sich zwei Texte heraus, obwohl sie sich ebenfalls um die Identitätsfrage drehen: Provokation à la Moreno[26] sowie Identitätsprobleme[27]. Abgesehen davon, dass die Provokation... auf verblüffende Weise das Schicksal ihres Autors voraussagte[28], integriert sie auch eine thanatologische Dimension in die Prosa vom Alltäglichen. Eine Reihe bizarrer Zufälle sowie ein „imaginärer Wirbelsturm“ führen zur wundersamen Heilung der Protagonisten, die ein Erdbeben zu Invaliden gemacht hat: der Erzähler sitzt im Rollstuhl, während seine Freundin nicht mehr redet. Diese unerwartete Heilung (die sich ebenfalls dem Alltäglichen entzieht) erklärt sich durch die Koexistenz des gewöhnlichen Kalenders mit einem volkstümlichen, magischen Kalender. Es wird dem ‚Tag der Alten’[29] gehuldigt, den einige der Figuren vorbereiten, wobei sich wieder zwei Interpretationsmöglichkeiten eröffnen: zum einen eine intertextuelle nach I.L. Caragiale[30], im Sinne eines karnevalistischen Tages, wo sich Menschenmassen in der Stadt versammeln, zum anderen eine volkstümliche, ländliche, im Sinne eines Tages, an dem allen Verstorbenen gedacht wird und an dem der Himmel sich öffnet. Dabei scheint gerade dieser kosmische „Verkehr“ das Wunder in leicht an Mircea Eliade[31] erinnernder Manier einzuleiten.

Identitätsprobleme (bzw. Abwechslungen in der Themenwahl) setzt innerhalb der Kurzgeschichten Mircea Nedelcius wahrscheinlich die ästhetische Höchstmarke. Es existieren drei Fassungen, die sich alle um das gleiche Ereignis drehen. Zwei dieser Fassungen sind fiktional und eine autobiografisch, wie es die zahlreichen Bezüge auf reale Sachverhalte und Personen – vor allem Schriftsteller aus Temeschwar – bestätigen. Die Hauptfigur ist der junge Vasile Mureşan, der unter Freunden schlicht Murivale genannt wird, ein Bohemien und talentierter Maler und auch er, wie viele andere Figuren, die aus der Feder des Autors stammen, eine Art Vagabund. Murivale erfährt vom Tode Nichita Stănescus[32] und beschließt, nach Bukarest aufzubrechen, um sein Idol zum ersten und letzten Mal zu sehen und ihm am Katafalk die letzte Ehre zu erweisen. Dabei muss er nicht gerade wenige Hindernisse überwinden: in der ersten Version ist er gezwungen seine Stelle als einfacher Arbeiter aufgeben, in der zweiten ist er ein Soldat, der vor den Augen seine Vorgesetzten, Fahnenflucht begeht, während er in der dritten Fassung der Bildhauerei nachgeht und pleite in Temeschwar festsitzt. Der Text handelt zum einen von Kunst und vom Künstlerdasein, wobei letzteres in doppelter Hypostase erscheint, wenn die Ikone Stănescu dem unbekannten und Anfänger Murivale gegenübersteht. In noch stärkerem Maße wird allerdings die Unscheinbarkeit des Menschen an sich thematisiert, der sich bei der Konfrontation mit seiner eigenen Sterblichkeit in seiner ganzen Zerbrechlichkeit, paradoxerweise aber auch in seiner ganzen Größe zeigt. Seine emphatische, chaotische und komische Handlungsweise führt Murivale hin zu einer authentischen Erfahrung von Genialität. Beeindruckend effektvoll – sowohl aus künstlerischer als auch aus emotionaler Sicht – wird eine Diskrepanz inszeniert zwischen der Trauer um den Verstorbenen auf der einen und der Alltagswelt, die die Hauptperson zu durchbrechen sucht, auf der anderen Seite. Es ist ein Leben voller Tücken, Verrat, Gerührtheit, Verzweiflung, privater Irritationen und unerwarteter Verschwörungen, das Nedelciu nicht antithetisch, sondern komplementär zeichnet, damit seine Kunst gerade jenen unscheinbaren winzigen Menschen ein selbst von ihnen unverständliches Glänzen verleihen kann. Schicksalhaftigkeit und Fatalität hallen in den von Murivale rezitierten Gedichten und im einzigartigen Lied vom Hirschen wieder, das die Kinder im Zug anstimmen – zwei Themen, die die Kurzgeschichte und sie wiederum nur als Beispiel für viele andere deutlich bestimmen.

Obgleich von der 80er-Generation allgemein eher vernachlässigt (was vielleicht dadurch zu erklären ist, dass die meisten ihrer Anhänger aus der Stadt stammen),  findet auch die Thematisierung des Landlebens in einige ihrer Werke Einzug. Mircea Nedelciu beschäftigt sich damit in ein paar (von der Zahl her eher wenigen) Kurzgeschichten, wobei die ländliche Idylle tendenziell beeinträchtigt und morsch erscheint, wie auch die Hauptfiguren dieser Texte gewissermaßen Nomaden sind und ohnehin keine stabile Identität aufbauen können. Neben den bereits seit langem zu Klassikern erhobenen Werken Der 8006 von Obor nach Dîlga[33] und Die Geschichte der Bäckerei Nr. 4[34], für dessen Bewertung Kritiker im allgemeinen nur Superlative verwendet haben, seien hier noch Der backsteinerne Hahn[35] und Freier Fall ins Mohnfeld[36] zu erwähnen, als auch Hahnentanz[37], eine Geschichte, in deren Zentrum eine Femme fatale steht und zwar in diesem speziellen Fall eine jugendliche Hypostase der Jagdgöttin Diana samt den dazugehörigen Attributen der Jagd und des Todes. (Dem Hahnentanz tut jedoch das siebenbürgische Umfeld Abbruch, wo das feine Gehör des Schriftstellers etwas die Orientierung verliert, so dass einige der Figuren nicht authentisch zu reden scheinen.) Von hervorragender Qualität ist dagegen Die Reise ums Heimatdorf herum[38], die an den backsteinernen Hahn anknüpft und die Analyse des zwischen Dorf und Stadt oszillierenden Individuums weiterführt, das seine Wurzeln, seine Illusionen und seinen Sinn verloren hat. Bei seinem Interesse, das er diesem Menschentyp entgegenbringt, nähert sich Nedelciu im Vergleich mit seinen Zeitgenossen eher einem Regisseur an, Mircea Daneliuc, dem Macher von Die Falle und Die Kreuzfahrt[39].

Mircea Nedelcius Kurzgeschichten bieten uns die Möglichkeit diese Gattung auf ganz neue Weise kennenzulernen, an ihrer Auferstehung (wie Nedelcius Leistungen in diesem Genre oft subsumiert wurden) teilzunehmen und verstehen zu lernen, was die Kreativität der 80er-Generation auszeichnet und dies am Beispiel einer ihrer wichtigsten Repräsentanten und Anführer. Mehr noch als das gewähren sie uns das Privileg, in einzigartige Welten eintauchen zu dürfen, in denen unsere papierenen Abbilder leben und wie wir nach einer Identität, nach einem Hoffnungsschimmer, nach etwas Sinn Ausschau halten. Welten, die unvergleichlich, unnachahmbar sind, Welten, die Mircea Nedelciu erschaffen hat, ein Klassiker.



[1] Originaltitel: Aventuri într-o curte interioară, Cartea-Românească-Verlag

[2] Originaltitel: Efectul de ecou controlat , Kurzgeschichten, Cartea Românească 1981

[3] Originaltitel: Amendament la instinctul proprietăţii, Kurzgeschichten, Eminescu-Verlag 1983

[4] Originaltitel: Zmeura de cîmpie, Roman, Militară-Verlag 1984

[5] Originaltitel: Tratament fabulatoriu, Roman, Cartea Românească 1986

[6] Originaltitel: Şi ieri va fi o zi, Kurzgeschichten, Cartea Românească 1989

[7] Originaltitel: Femeia în roşu, zusammen mit den Autoren Adriana Babeţi und Mircea Mihăieş, Cartea Românească 1990

[8] Originaltitel: Povestea poveştilor generaţiei ´80, Nemira-Verlag 1998

[9] Über den existenziellen Preis, den seine Generation für den Eintritt in diese neue Welt zu zahlen hatte, schreibt Mircea Nedelciu in einem seiner Artikel für Formula AS: „In allen diesen Leuten machte sich auf einmal ein wahnsinniger Heißhunger nach einem anderen Leben bemerkbar. Plötzlich stellten sie fest, dass sie nun die Träume der vergangenen 25 Jahre angehen konnten, dass diese sich nun an der Wirklichkeit messen ließen [...]. Und dennoch, genau hierin liegt die Tragik. Mit 40 Jahren ist man nicht der Gleiche wie mit 25. Man ist – eventuell – etwas weiser, aber manchmal brauch es schon die ganze zusammengenommene Umsetzungskraft, um sie auf die Waagschale legen zu können. Man besitzt – eventuell – noch den gleichen Elan wie damals, als einem der erste bedeutende Einfall kam, die Gesundheit lässt ihn einen allerdings nicht mehr mit der gleichen Geschwindigkeit umsetzen. [...]Vom langen Warten und von der Überhitzung durch den Befreiungsschlag gleich doppelt aus der Puste, muss diese Generation ihre ganze restliche Kraft zusammenraffen.“ (Formula AS, Jahrgang IX, Nr. 350, 22. Februar – 1. März 1999, S. 2).

[10] Originaltitel: Zodia scafandrului

[11] rum. Poet aus der gleichen Generation wie Nedelciu (Anm. d. Übers.)

[12]  Formula AS, Nr. 371, 19. – 26. Juli 1999, S. 3

[13]  Adevărul literar şi artistic, 4. Jahrgang, Nr. 303, 28. Januar 1996, S. 3

[14]  Formula AS, Nr. 346, 25. Januar – 1. Februar 1999

[15] Originaltitel: Omul orizontal, in:  Formula AS, Nr. 371, 19. – 26. Juli 1999

[16] Originaltitel: Un outsider al literarului. In: Observatorul Cultural, Nr. 3, 14.03. – 20.03.2000, S. 5. In der gleichen Nummer finden sich auch zwei weitere Artikel über Nedelcius Kurzgeschichten, aus der Hand von Luminiţa Marcu und C. Rogozanu, die hinsichtlich dieser Frage nach Nedelcius Avantgardismus eine ähnliche Blickweise vertreten.

[17] Gh. Crăciun, Ioan Groşan, Adina Kenereş, Sorin Preda, Gh. Iova, Al. Vlad, Cristian Teodorescu etc.

[18] Originaltitel: Un nou personaj principal. In: Gh. Crăciun (Hrsg.) Competiţia continuă. Generaţia ´80 în texte teoretice („Der Kampf geht weiter. Die 80er-Generation in theoretischen Texten“) Vlasie-Verlag 1993, S. 253

[19] In: Änderungsantrag zum Eigentumstrieb

[20]  beide Figuren stammen aus Änderungsantrag zum Eigentumstrieb

[21] Originaltitel: Partida de „Taxi Sauvage“

[22]  vgl. diesbezüglich auch: Eine Überquerung (O traversare)

[23] Originaltitel: Călătorie în vederea negaţiei

[24] Originaltitel: Crizantemele din tundră

[25]In Eine Suche im Schnee (O căutare în zăpadă) erscheint dagegen das Bild eines beschützenden und einfühlsamen Vaters. Dabei liest sich der Text wie eine Antwort auf Das beutehafte Leben (Viaţa ca o pradă) von Marin Preda (1922-1980, der bedeutendste Vertreter der 50er-Generation, der schon zu Lebzeiten zum Klassiker avancierte, Anm. d. Übers.), zumal am Anfang der (berühmte) Satz steht, mit dem Predas Roman eröffnet wird: „Mein Bewusstsein steht jetzt am Anfang seines Abenteuers...“ Sollte Nedelciu hier autobiografisches Material verwendet haben, sollte seine erste Kindheitserinnerung wirklich die gemeinsame Suche des Balls an der Seite seines Vaters sein, ließe sich eine tiefgreifende Verwandtschaft des kreativen Naturells beider Schriftsteller festmachen, die sich zu den anderen Ähnlichkeiten hinzugesellen würde, die auf Ebene der Figuren, der bevorzugten Sujets und des Stils bestehen.

[26] Originaltitel: Provocare în stil Moreno

[27] Originaltitel: Probleme cu identitatea

[28]Obgleich eher rationaler Gesinnung, faszinierten Mircea Nedelciu, wie Nahestehende behaupten,  unerklärliche, mysteriöse Zufälle, die seinem umfassenden Verständnis entglitten. Die faszinierendsten Zufälle hat er allerdings in Provokation... selbst geschrieben: nicht nur, dass die Hauptperson an den Rollstuhl gebunden ist (wie der Autor in den letzten Jahren seines Lebens), sondern es finden sich im Text auch mehrere Zitate mit aufschlussreichen Querverweisen. So z.B. jene von und über Mihail Bulgakov, den „russischen Schriftsteller (1891 – 1940) und Romanautor“, in dessen Werk sich – wie ebenfalls ein Zitateinschub lautet – „einige autobiografische Hinweise“ ausfindig machen lassen. Nedelciu ist wie Bulgakov im Alter von 49 Jahren gestorben.

[29] volkstümlicher rumänischer Feiertag vor Christi Himmelfahrt (Anm. d. Übers.)

[30] Schriftsteller und berühmtester rum. Dramatiker, 1852-1912 (Anm. d. Übers.)

[31] rum. Schriftsteller und Religionswissenschaftler, 1907-1986 (Anm. d. Übers.)

[32] berühmter rum. Poet, 1933-1983 (Anm. d. Übers.)

[33] Originaltitel: 8006 de la Obor la Dîlga

[34] Originaltitel: Istoria brutăriei nr. 4

[35] Originaltitel: Cocoşul de cărămidă. Die Figur des Alten Calafoc ist übrigens eindeutig an Ilie Moromete aus Marin Predas Roman „Moromeţii“ angelehnt.

[36] Originaltitel: Cădere liberă în cîmpul cu maci

[37] Originaltitel: Dansul cocoşului. Eine Femme fatale spielt übrigens auch die Hauptrolle in Die Beichte (Spovedania) von Ioan Groşan

[38] Originaltitel: Călătorie în jurul satului natal

[39] Originaltitel: Cursa (1975) und Croaziera (1981)

 

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This July, The Observer Translation Project leaves its usual format to present a special CRISIS ISSUE. Things are tough all over. Hard Times suddenly feels like the book of the moment. The global economic crisis impacts life as we know it, and viewed from Bucharest the effects reverberate in domains that include geo-politics and publishing in Romania and abroad, with the crisis at The Observer Translation Project as an instance of a universal phenomenon. read more...

Translator's Choice

Author: Vasile Ernu
Translated by: Monika Oslaj

Oda sovjetskom toaletu

Oda sovjetskom toaletu Posvećeno Iliji Kabakovu Za sovjetskog građanina ne postoji ništa intimnije od toaleta (Dopustite mi sa velikim poštovanjem koje imam prema ovom mjestu i ovoj ...

Exquisite Corpse

Planned events in Cultural Agenda see All Planned Events

17 December
Tardes de Cinema Romeno
As tardes de cinema romeno do ICR Lisboa continuam no dia 17 de Dezembro de 2009, às 19h00, na ...
14 December
Omaggio a Gheorghe Dinica Proiezione del film "Filantropica" (regia Nae Caranfil, 2002)
“Filantropica” è uno dei film che più rendono giustizia al ...
12 December
Årets Nobelpristagare i litteratur Herta Müller gästar Dramaten
Foto: Cato Lein 12.12.2009, Dramaten, Nybroplan, Stockholm I samband med Nobelveckan kommer ...
10 December
Romanian Festival @ Peninsula Arts - University of Plymouth
13 & 14 November 2009. Films until 18 December. Twenty of Romania's most influential and ...
10 December
Lesung und Gespräch mit Ioana Nicolaie
Donnerstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr Ort: Szimpla Café Gärtnerstrs.15, ...
 
 

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