Ein Olivenzweig

Radu Cosaşu | January 08, 2009
Translated by: Laura Balomiri

 

Ein Olivenzweig

Tinibalda hatte mir vorgeschlagen, auf den Königsstein zu steigen, um alles um uns zu vergessen. Ich liebte sie. Sie hatte sehr breite Hüften, aber sie scherte sich nicht darum. Sie scherte sich um gar nichts. Sie trug enge Kleider, die ihr nicht gerade schmeichelten, aß aber Jonathan-Äpfel, von denen es ihr verging, wie sie sagte…Was verging ihr? Sie ließ ihre Sätze in der Luft hängen. Ich war begeistert von ihrer Verachtung für Sätze. Sie glaubte an mein Talent. Verlangte ich Details, so erzählte sie bereitwillig und sagte mir, dass ich daran schon nicht sterben werde. Kein Mensch stirbt, nur, weil er mal hungern muss. Ihr Vater war 1938 im Gefängnis in Hungerstreik getreten, war er denn gestorben? Nein, er war nicht gestorben. Er hatte das Pensionsalter erreicht, erhielt seine erhöhte Staatspension, nachdem er 15 Jahre bei der Gewerkschaft gearbeitet hatte, ’45 bis ’60. Tinibalda himmelte ihn an, hatte ihn mir aber nie vorgestellt. „Er würde deiner Stimmung nicht gut tun!“ „Wie soll ein alter Illegalist einem die Stimmung verderben?“, „Er wird sie dir verderben, glaub’s mir… Es ist viel besser, auf den Königsstein wandern zu gehen“. Unser Geld hätte nicht einmal ausgereicht, um nach Chitila zu kommen. Tinibalda aber versicherte mir, dass Geld in diesem Land das geringste Problem sei.

Immer schon hatte ich Glück gehabt, dass meine Geliebten sich für den Film begeisterten. Meine cineastische Bildung ging eng mit der Bildung in Sachen Liebe einher. Ich könnte die beiden nie auseinanderhalten. Sie befinden sich in einer dialektischen Verbindung. Tinibalda verschlang – nach dem Lied von Sibirien und den Kubankosaken – Neorealismus mit Brot und Äpfeln. Im Kino aß sie Obst. Sie erinnerte mich dauernd an meine Privatlehrerin für Französisch, die je nach Saison mit Kirschen, gekochten Maiskolben oder Dörrpflaumen zur Unterrichtsstunde kam. Ich konnte mich wegen des vegetativen Kauvorgangs gar nicht konzentrieren. Sie schmatzte. Timbalda hingegen kaute äußerst diskret und sorgfältig, im Halbdunkel. Sie störte niemanden. Man könnte sagen, dass sie die Früchte wiederkäute. Sie liebte Misere und Pathos der Italiener. Sie scherte sich nicht um das Melodrama. „Was ist schon dabei, wenn es mich zum Weinen bringt?“ Nach der Vorstellung von Für zwei Groschen Hoffnung war sie, wie sie sagte, völlig plattgedrückt, und heulte den ganzen Weg von der Scala-Konditorei bis zu uns nach Hause in der Traian-Straße still vor sich hin. Wir gingen die unbeleuchtete Hintertreppe hoch, und als wir Hände hielten fühlte ich ihre Arme – mit Tränen befeuchtet. Waren ihre Tränen denn bis zu den Ellenbogen gelangt? Im ersten Stock blieb ich stehen, lehnte sie an die Küchentür des Anwalts Manolovici und küsste sie lange. Sie war flaumig, weich und warm. Bis wir aus der Wohnung hörten: „Marcel, Liebling, dein Bad ist fertig!“ Und wir gingen schnell zu uns hoch.

Was aber nicht heißt, dass ich sie nach dem Lied von Sibirien – mit seinem Liszt-Konzert und dem Baikalsee – in fröhlicherer Stimmung nach Hause transportiert hätte. Nein, nein, sie hatte auch bei Pyrjew Rotz und Wasser geheult. „Lass mich eben Rotz und Wasser heulen, andernfalls versteh ich nichts“. Ich ließ sie, aber was hatte dieses „andernfalls“ in ihrem Satz verloren? Man sagt doch „sonst“ oder „wenn nicht“… „Warum sprichst du nicht natürlich?“, „Als ob ich’s wüsste, warum ich nicht natürlich spreche, wenn ich weine.“ Sie hatte Recht. Ich küsste sie auf offener Straße.

Das Problem war nur, dass ich die Berge nicht mochte. Ich wollte – wenn ich sowieso auf Reisen ging, um mein schweres Schicksal zu vergessen – ans Meer gehen. Tinibalda ließ sich von diesem Manöver nicht täuschen. Ihre Eifersüchte waren kalt, kurz und scharf: „ich gehe nicht auf Wanderschaft durch deine Geschichten“. Sie wusste über Diana Bescheid. Sie hatte dass Manuskript von Grenzen gelesen – wobei sie vier Johnathan-Äpfel runterschluckte – sie hatte es nicht gemocht, aber es auch nicht von sich geworfen: „ich kann gut verstehen, warum sie deine Geschichte nicht veröffentlicht haben“, dekretierte sie streng und wischte sich den Saft der Früchte von der Brust. „Ich hab’s dir doch nicht deshalb zum Lesen gegeben. Ich weiß, warum sie sie nicht veröffentlicht haben. Ich schreibe nicht, um zu veröffentlichen“. „Wofür denn dann?“ „Damit du dabei heulst.“ „Ich habe aber nicht geheult. Wenn ich merke, dass du dumm bist, heule ich nicht. Ich hätte die Geschichte auch nicht veröffentlicht“, wiederholte sie das Urteil. „In zwei-drei Jahren wird sie erscheinen“ – widersetzte ich mich, genervt. „Da wirst du nicht mehr mit mir zusammen sein“ – und sie drehte sich auf eine Seite, mit dem Gesicht zur Wand. „Du hast genau die Hüften Dianas, genauso“…“Ehee, ehee“ – antwortete sie, mit der Nase im Kissen, gemäß des Pakts, den wir eines Sonntags am Markt geschlossen hatten, als wir von einer Siebenbürgerin Sauerrahm gekauft hatten, die ihrer Standnachbarin genauso geantwortet hatte: Ehee, ehee. Die andere schwatzte drauflos, tadelte sie weil sie einen Mann liebte, der sie betrog, und die Siebenbürgerin erwiderte, statt jedes anderen Kommentars, nur ehee, ehee. „Was bedeutet denn dieses ehee, ehee?“ hatte Tinibalda sie gefragt, indem sie mit dem Finger eine ordentliche Portion Sauerrahm aus dem Topf nahm. Die Siebenbürgerin war sehr belustigt: „Ehee, ehee heißt hier bei Ihnen vielleicht, vielleicht“. Wir beschlossen, jedes Mal, wenn sich die Möglichkeit eines Konflikts abzeichnete, ehee, ehee zu sagen, um mit dieser Beschwörungsformel das Spektrum des Krieges zu verjagen. Selbstverständlich küsste ich in Dankbarkeit für diese Antwort ausgiebig ihren mir angebotenen Rücken, bis sie sich plötzlich zu mir drehte und mir zuflüsterte, dass wenn wir nicht auf den Königsstein gingen…

Die Berge gingen mir mächtig auf die Nerven. Sie waren zu groß. Ich sah sie im Ausschnitt des Fensters, riesig, schwerfällig, erdrückend. Ich konnte sie gar nicht ansehen. Ich wendete meinen Blick von ihnen ab, mit echtem, gar nicht kindischem Grauen. Sie gaben die Dimension des Todes vor, die Dimension meiner Schwächen. Sie waren ewig, unbarmherzig, stirnrunzelnd in ihrem Urteil: ich würde verschwinden, sie würden bleiben. Die Einfachheit dieser Konfrontation verursachte, dass ich, im Hüttenbett liegend, allein vor mich hin zitterte, während Tinibalda die Brötchen zum Kaffee zubereitete.

Der Kaffee vermochte es nicht, mich aufzumuntern; als ich ihn – nach den Anweisungen Tinibaldas – bis zum letzten Tropfen austrank, einschließlich des schwarzen Kaffeesatzes aus den Tiefen der Tasse, erschien dessen Projektion, durch ein chiromantisches Perspektivenspiel, ausgerechnet auf dem sonnenerhellten Fenster und von dort aus auf derselben furchterregenden Felswand des Königssteins. „Komm schon, du Faulpelz, auf geht’s!“ ermunterte sie mich und zog die Rucksäcke an allen Schnüren und Schnallen fest. Die Vitalität, mit der sie arbeitete, ging mir auf die Nerven. Sie erklärte mir logisch – in einem Satz mit Hand und Fuß – dass sie dies von Einstein wüsste: wenn du die dunklen Gedanken loswerden willst, konzentriere dich in der Früh auf eine einzige Tätigkeit, wie zum Beispiel das ganz enge Festbinden der Schnürsenkel. „Was hast du denn für dunkle Gedanken?“ Sie warf mir die Last auf den Rücken, nahm selbst den kleineren Rucksack und ließ bis gegen Abend nicht los, als wir nach einer Hütte auf dem friedlichen und sonnigen Bergmassiv suchten. Ich verstand, dass sie mich durch körperliche Anstrengung retten wollte, durch lange, steile, apolitische Wege. Eines Abends wollte sie in einer Försterhütte bleiben, mit den Forstarbeitern, um ein paar Tage lang Wälder abzuholzen. Es wurde uns abgeschlagen. Die Leute schickten uns – mit dem nötigen Humor – weiter hinunter, zu den Serpentinen einer Bergstraße, die gerade asphaltiert wurde. Vielleicht mögen wir Pech lieber… „Nichts wie hin“, sagte ich, und Tinibalda machte sich gleich auf, lief im Galopp über die Pfade. Die Töpfe und Kännchen in ihrem Rucksack rasselten fröhlich, wie eine Parodie auf die Melodien eines sabbathischen Rituals.

Ich glaube es war der Anfang meiner Aufmunterung. In jener Nacht schliefen wir neben einem der Zisternenwagons der Asphaltarbeiter. Es war warm und kuschelig dort, auf dem schwarzen, verbrannten Gras, das nach Gas roch. Ein frisches Sommerlüftchen war auf den Berg hinabgeweht, - ich hatte schon als Kind Benzin, seinen Geruch, das Bohnerwachs auf dem Parkettfußboden zuhause geliebt. Tinibalda war da auch anspruchslos. Wo sie ihren Kopf hinlegte – „wenn ich bei dir bin…“ – war sie froh und munter, Gott, was für ein Wunder. Ich hatte in jener Nacht dort einen sehr klaren Traum, ohne psychoanalytische Rätsel: ich stand von unter dem Pechkessel auf und ging zu Fuß bis zum Bahnhof von Sinaia, von wo aus wir in Richtung des Königsstein-Gebirges losgegangen waren. Dort, am Bahnhof, war ich gerade dabei, den Schaffner zu überreden, mir zu erlauben, auf die Lokomotive zu steigen, um den Mechaniker und den Heizer bis nach Großwardein zu begleiten. Ich will die beste Reportage meines Lebens schreiben: Eine Nachtfahrt in einer Lokomotive. Ich will das Feuer, die Arbeit und die Rumänische Eisenbahn besingen. Der Schaffner hatte keine Einwände – wollte nur wissen, warum gerade bis Großwardein. Weil ich dort meinen Wehrdienst geleistet habe, 1950, ich hab mich freiwillig gemeldet, ich hätte als Student mit einem Fernstudium an der Universität bleiben können, aber ich dachte mir, es sei wesentlich, den Dienst bei der Volksarmee zu leisten. In der Früh küsste mich Tinibalda auf die Stirn. Dann auf den Mund. Die Gesichter der Pechmischer erhellten sich idyllisch als sie uns sahen, in einem Lächeln mit weißen Zähnen auf schwarzem Hintergrund, wie in den alten Werbeeinschaltungen für Schuhcreme. „Wenn du das geträumt hast, werden wir es auch so durchziehen. Lass uns sofort nach Bukarest aufbrechen, komm, ich spreche gleich mit Paul“. Tinibalda kannte Paul natürlich nicht, aber wie jede Rotes-Kreuz- oder -Halbmond-Einheit besaß sie grenzenloses Vertrauen in das humanistische Wort und sogar in den Menschen. In Begleitung desselben Schepperns von Töpfen und Kännchen gingen wir nach Buşteni hinunter, ich zeigte ihr die Buchhandlung meiner Teenager-Zeit, von wo ich während der kleinbürgerlichen Ferien in Poiana Ţapului Mircea Eliade und Camil Petrescu auszuleihen pflegte – „ich weiß, du hast es mir erzählt, ich kenne deine schwarze Vergangenheit” – und wir nahmen den Zug talwärts, in Richtung der Hauptstadt. Sie schlief auf meiner Schulter ein, geknickt wie ein Olivenzweig.

Paul hatte nichts gegen die Idee einer Lokomotiven-Reportage, „schreib nur, geh, wir organisieren dir eine Dienstreise, schaun wir mal, wir stellen weiter oben oder weiter unten einen Antrag, je nachdem.“ Er hatte eine Nacht auf einer Lokomotive einer Lokalstrecke vorgeschlagen, sagen wir: Schäßburg-Odorhei. Tinibalda war drastisch: „Schon wieder auf Wanderschaft durch deine Geschichten?“ Recht hatte sie. Schäßburg war Diana. Ihr Gedächtnis war von unbestechlicher Wachsamkeit. Sie beschloss Folgendes: wir öffnen die Landeskarte, sie schließt die Augen und zeigt mit dem Finger nach dem Zufallsprinzip auf einen Punkt – das wird der Ausgangspunkt der Reise. „Du kommst mit?“ „Aber wie…?“ „Und was ist mit dem Institut?“ „Naja, ich organisier mir eine Dienstreise, wir haben schließlich überall im Land zu tun“. Sie legte die Landkarte auf ihre knolligen Schenkel. Sie schloss die Augen, Temeswar. „Hattest du was in Temeswar?“ „Ein Abenteuer in einem Speisewagen: ich schälte mit einer fantastischen Frau zehn Orangen“. „Die Orange ist keine Frucht.“ „Was denn sonst?“

In Temeswar begleitete sie mich überall hin – einschließlich zur Eisenbahn-Direktion, wo ich eine feierliche Erklärung abgab, dass ich auf eigene Verantwortung mit der Lokomotive des Schnellzugs Temeswar-Großwardein mitfahren würde. Der Abteilungsleiter sah uns verwundert an, während ich unterschrieb und Tinibalda sich über meine Schulter beugte. Es war ein Moment wie auf dem Standesamt, den der Abteilungsleiter entsprechend wahrgenommen hatte. Er starrte uns deshalb mit weit aufgerissenen Augen an. Er hatte so etwas noch  nie erlebt. Nachts um 11.24 Uhr stieg Tinibalda in ihr Abteil – ich setzte meinen Weg auf dem Geröll des Bahndamms fort, in Richtung der Lokomotive. Ich zitterte neurotisch, wie auf dem Königsstein, mit seinem freudianischen Kalauer: steinigen! Wie ich so an den Waggons vorbeiging, schrie ich kurz auf. Von Kyo. Kyo – Lokomotive – Kessel – Malraux – das menschliche Dasein – Lektüre, die mich nicht losließ. In der Tasche trug ich mein Notizheft und den Bleistift. Bis hin zum Zyankali war der Weg noch lang, der Weg mit seinem Damm. Es zog mich nicht an. Ich habe nie an Selbstmord gedacht.

Mechaniker und Heizer warteten schon lange brüderlich auf mich. Sie hatten noch nie einen Journalisten in ihrer Kabine erlebt. Sie waren gesprächig, fröhlich, gelassen. Ihr großes Paket mit Speck und Zwiebeln hatten sie auf einem großen Kohlenstück ausgebreitet. Sie aßen, von unten aus der Tiefe des Kessels vom Feuer beleuchtet. Sie boten mir an, etwas zu essen, damit ich nicht mit leerem Magen abfahre. Ich aß, wir fuhren ab, ich war verzaubert und glitt zuerst in eine Trance des Schweigens. Ich starrte sie mit jener proletkultistischen Leidenschaft an, die aus dem schuftenden Schwerarbeiter einen Gott und aus dem intellektuellen einen Sterblichen machte, dann verließ ich den Tunnel der Idolatrie und ging zu ihrem Neorealismus über, zu ihren Kindern, zu ihren Gehältern, zu ihren Frauen, zu ihrer keuschen Neigung, Dramen auszuglätten und das Licht ihres Lebens und ihrer gewissenhaften Arbeit eines jeden heroischen Nimbus’ zu berauben. Sie gefielen mir. Es war warm, es war dunkel, es war rot, ein lyrischer Atem durchzog die Nacht, kleine Bahnhöfe gaben bei unserem Vorbeifahren ein liliputanisches Glockengeläut ab, die Ebene schwieg – sinnlich, mit einem Pfiff der Lokomotive im nächtlichen Flug der erhitzten Maschine gestreichelt und befruchtet. Die Verbrüderung ging bis zur Schützengräben-Literatur: ich erzählte ihnen eines meiner wenigen Eisenbahn-Abenteuer, von Klausenburg bis Großwardein, als ich als einfacher Soldat in einen Personenzug stieg, II. Klasse, und mich neben eine Bäuerin setzte, die so aussah, wie alle Bäuerinnen und meine Mutter hätte sein können – aber sie schien das nicht zu wissen –, mit der ich aus heiterem Himmel, nach nur einem Blickwechsel, in einer engen Umarmung durch den langen Tunnel nach Ciucea fuhr. Und in Großwardein ließ sie nicht locker, bis ich nicht versprach, sie nächste Woche in Nojorid zu besuchen. „Und sie sind nicht hingegangen“ – antizipierte, mit viel epischem Sinn, der Heizer das Ende der Geschichte. Nein, denn vor Nojorid hatte ich Angst – mein erster Galopp in der Kavallerieschule hatte sich dort ereignet, im Freien; da flog ein Flugzeug über uns hinweg und die Pferde schreckten auf, wir waren nicht imstande, sie festzuhalten, sie warfen uns aus dem Sattel und wir mussten sie den ganzen Vormittag lang in der Umgebung suchen, denn wir hafteten mit unserem Leben für sie… So lag für mich ein Fluch über der Ortschaft Nojorid. Die beiden lachten: „Sie hatten Angst, nicht auch bei ihr vom Pferd zu fallen“, kommentierte der Mechaniker gelassen, während er im Schimmer des Feuers auf seine Uhr blickte. „Das ist der Wehrdienst“ – sagte der Heizer, noch elliptischer. „So sind wir Männer“ – schlussfolgerte der Mechaniker.

Tinibalda wollte aus Großwardein per Flugzeug nach Bukarest zurückreisen. Wusste sie nicht, dass ich Flugzeuge nicht ertrage? Ich fürchte mich vor jeder Trennung von der Erde. Doch, sie wusste es, scherte sich aber nicht drum. Der Mensch müsse eben alle Geschwindigkeiten ausprobieren. Nach dem Zug folgt das Flugzeug. Wollte sie mich prometheisch erziehen? Ich brüllte sie an, mitten am Bahnhof, vor dem Kartenschalter zweiter Klasse, zwischen Hühnern und Menschen: „Der Teufel möge dich und dein Flugzeug holen“… Im Zug, auf dem Gang vor einem Fenster, umfasste ich dann ihre Schultern und erklärte ihr sanft: ich kann nicht arbeiten, wenn ich in Panik bin, das Flugzeug hätte mich fertig gemacht, ich möchte die beste Reportage meines Lebens schreiben, diese Menschen waren fantastisch, ich brauch ein wenig Ruhe. Sie schüttelte sich kräftig durch: „Das ist ebenfalls ein Bahnhof aus Diana.“ Ein stupides Ja entwischte mir. „Alles, was du mit ihr erlebt hast, musst du jetzt mit mir…?“ „Diana existiert nicht, du Dummerchen!“ „Alles, was du schreibst, existiert, du kannst nichts erfinden.“ „Ehee, ehee“, aber sie blieb bis Bukarest verärgert, eine lange Reise mit einer einstündigen Verspätung bei Câmpina obendrein.

Meine Reportage klang am Ende sehr nach Malraux, sie war besessen von Solidarität und Verantwortung. Ein realistischer Golfstrom milderte ihre gelehrigen Schärfen; selbstverständlich wurden weder Kyo noch die Nojoridische Frau erwähnt. Das Licht fiel eher auf die Uhr des Mechanikers, auf die Schaufel und die Kinder des Heizers, auf den nächtlichen Speck mit Zwiebeln – aber am Ende aller Bahnen leuchtete, wie Kohle und Diamant, die Idee der männlichen Bruderschaft. Die Reportage trug den kühlen Titel Ein Gefühl. Sie war T. gewidmet. „Frau T.?“ scherzte Tinibalda, endlich wieder gut gelaunt. Ich tat so, als würde ich die Initiale wieder löschen. „Es gäbe auch anderes zu löschen“ – bemerkte sie streng. Meine Stimmung verdunkelte sich: nicht nur prometheisch, sondern auch ein Zensor?

Das Problem war nur, dass Paul nicht in der Redaktion anwesend war und für einen weiteren Monat nicht zurückkehren würde. Er war nach Knokke-Le-Zoute und zu anderen literarischen Breitengraden gefahren. Die Reisen in die weite Welt hatten begonnen – ich schluckte nur. Nicht aus Lust auf Europa, denn alle meine Reisen über die Landesgrenzen hinaus hatten mich kalt gelassen und Pässe hielt ich immer schon für billige Dokumente – ich musste nur schlucken, denn die Idee, dass ich nun in Stoicănescus Hände geraten würde, blockierte mich völlig. Er war in meinem Fall (Akkusativ, dem Fall der Anklage) ein äußerst finster dreinblickender Literat, ein unheilbarer Feind des Negativismus, in welchen Formen dieser auch verborgen sein mag (soweit ein Zitat aus einem seiner Aufsätze). Keine Form war schlau genug, um seine Eselsohren (die des Formalismus, Ergänzung des Autors) verbergen zu können – ein weiteres einprägsames Zitat, das mich auf den engen Gängen der Redaktion bis zum entferntesten Zimmer, in dem er als Leiter der Prosa-Abteilung arbeitete, verfolgte. Ich fand ihn an seinem Schreibtisch – es war allgemein bekannt, dass der Mann sein Büro nur am Nachmittag zur Verrichtung zweier biologischer Gesetze verließ – sonst führte er das Leben eines Zauberers von Oz. Ich selbst empfand mich als der Löwe in dieser Geschichte, sanft, scheu und tränenreich. In Momenten der Anspannung nahm die Literatur meiner Seele eine die Hysterie-spezifische Bibliographie an: ich konnte blitzartig von Malraux zu Petre Ispirescu übergehen; in zwei waghalsigen Schritten ging ich ohne Hiatus oder Trennungslinie vom Zauberberg zu Babaevschis sozialistisch-konformem Ritter des goldenen Sterns über, und konnte nicht mehr sagen, ob ich Castorp war oder Eminescus körperlose Schöne.

Stoicănescu las meine Geschichte aber gleich, so zuvorkommend war er, weil er vom Genossen Paul – sie waren nicht per Du – erfahren hatte, dass ich auf eine Dienstreise geschickt worden war, eine Idee, gegen die er keinen Einwand erhob, denn man musste jedem eine Chance geben. Er bat mich, Platz zu nehmen und zu warten, bis er mein Manuskript gelesen hatte. Die Literatur kann der Effizienz auch nicht entbehren. Offensichtlich. Vom Balkon seines Zimmers aus machte ich Tinibalda, die unten im Hof wartete, ein verzweifeltes Zeichen – glücklicherweise hatte sie sich mit breit geöffneten Armen gleich unter Stoicănescus Fenster auf die Lehne einer Bank gelegt, infolge einer rätselhaften Intuition, die ihr meine Wege durch die Redaktion verriet; sie erwiderte ruhig mein Zeichen, gab mir zu verstehen, dass sie auf mich warte, und erhob die linke Faust, fest geballt, zu einem erneuten Non passaran! Sie war rührend – ihre Ermunterung nagelte mich gerade und würdevoll auf den Stuhl vor Stoicănescus Schreibtisch. Ich merkte sogleich, dass er aufmerksam las, ohne Eile, ohne Formalismus. Nach einer halben Stunde spürte ich, dass ich meine Bewegungslosigkeit nicht mehr aushielt und entschloss mich auf einmal, mich in seinen stark mottenzerfressenen Plüschsessel zu werfen, der in der Ecke seines Zimmers stand. Der Mann blickte nicht einmal vom Manuskript auf. Ein immer klarer umrissenes Lächeln hüllte seine Miene in Nebel. Es fiel mir auf, dass er bei der Lektüre keinen Bleistift benutzte. Seine Bemerkungen am Rande der Texte – „was du nichts sagst!“, „ach, was, Irrtum!“, „Achte auf die ideologische Ebene!“, „gefährliche Wende“, „ist das unsere Realität?“, „seit wann haben wir das Melodrama neu erfunden?“, „der Hamletismus ist uns nicht eigen“, „der grüne Baum des Lebens ist viel fruchtbarer…“, „idiotisch zu sein ist keine Lösung…“, „hat der Autor noch nie was von Lenin gehört?“, „das ist die Höhe!“, „ich versteh kein Wort!“, „der bürgerliche Herausgeber…“, „Freiheit = Notwendigkeit“, und viele andere schneidige Ausdrücke – sie waren berüchtigt, sie wurden mündlich weitergereicht wie Legenden. Er spielte nicht einmal harmlos mit dem Bleistift. Er las nur mit einem Lächeln. Zur Stunde der Dämmerung reichte mir Stoicănescu mit ernster Geste das Manuskript; ich sprang automatisch vom Sessel auf und nahm es, ohne zu erahnen, was kommen würde. Es kam eine nüchterne, gut argumentierte und unerbittliche Anklage: nur über seine Leiche würde diese Reportage jemals in Rumänien erscheinen; mein wohlbekannter Negativismus – den ich wahrscheinlich noch nicht teuer genug bezahlt hatte – hat noch perfidere Formen gefunden; er appelliert jetzt aber an das Neue, an heitere Empfindungen, sogar an die konturlose Güte: mein Negativismus ist eine neue Art kleinbürgerlicher Gefühlsduselei, auf dem Rücken der Arbeiterklasse ausgetragen; die Arbeiter würden mich steinigen wenn sie lesen würden, wie ich ihr Leben und ihre Gefühle entstellte, wie ich ihre Arbeitsschürzen dazu missbrauchte, um meine Drecksergüsse daran abzuwischen. „Meine Drecksergüsse?“ – schreckte ich endlich auf. „Wir wissen schließlich auch, wer Kyo ist, meinst du nicht?“… „Aber seit wann verwenden Sie denn Ausdrücke wie „Drecksergüsse“, sind das heitere Empfindungen?“, schickte ich  mich an, ihm etwas entgegenzuhalten. „Nichts, was menschlich ist, ist uns fremd“ – und er stand, ziemlich fröhlich, von seinem Schreibtisch auf. Das Mitleid mit mir selbst überwältigte mich. Der Gedanke einer Konzession an seine Forderungen reizte mich: „Aber im Ernst, ist da wirklich nichts zu machen?“ „Nur das Grab“ – und er reichte mir trotz allem die Hand.

Tinibalda hörte sich entlang des Magheru-Boulevards ergeben meinen äußerst präzisen Bericht an, in den ich keinen polemischen Tonfall, keine Tendenz meinerseits einfließen ließ. „Ich werde also auf Paul warten, dass er die Reportage auch mal liest“ – schloss ich ab und versuchte, dicht bei ihr zu bleiben, genervt vom Weg durch die Menschenmengen, mal musste man ausweichen, mal stieß man an, es ergibt immer eine stupide Situation, wenn man versucht, jemandem auf der Straße Ideen darzulegen. Sie schien sich aber vom Umfeld nicht stören zu lassen; sie trieb den Neorealismus sogar noch weiter und verlangte am Ende meines Berichts eine Brezel. „Ich hab keinen Groschen in der Tasche“. „Du sagtest doch, du hättest zehn“. Ich kaufte ihr eine Brezel, ich bot ihr auch ein Sodawasser an, von demselben Kiosk. Sie nahm das Angebot an, wir machten uns zum Boulevard mit den Kinos auf, sie schmatzte an ihrer Brezel herum. Sie fing sanft und ziemlich kohärent an: hör auf, dieses Gesicht aufzusetzen – ich setze gar kein Gesicht auf, oh, doch, sagte sie beständig, es gibt Schlimmeres, ja, was denn? Ich antwortete schnell, mit echter Wut, plötzlich dazu entschlossen, endlich mit ihr zum Scherzo Finale zu kommen. Wir bogen in die Edgar Quinet-Straße ein, „wo willst du hingehen? Heute Abend wär’s schön, wenn wir…“ „Gar nichts wär’ schön“, explodierte ich: „Es gibt nichts Schlimmeres, als das dein Artikel nicht veröffentlicht wird…“. Sie trotzte mir, indem sie mir einen Brezelstummel hinhielt. „Mir kommt vor, dass du mal sagtest, dass du nicht veröffentlich werden möchtest. Du widersprichst dir“. „Du Vollidiotin! – antwortete ich ihr voller Wollust. „Ehee, ehee…“.

Wir gingen am Restaurant Capşa vorbei. „Biete mir einen Zander bonne femme an. Wenn du mir einen Zander bonne femme anbietest, erklär ich dir, was du zu ändern hast“. „Ich habe nichts zu ändern. Ich werde nichts ändern“. „Du musst sie etwas heiterer machen…“ „Was muss ich tun? – ich brüllte sie an, wir standen vor dem Kinderwarengeschäft. Was muss ich?“ ich brüllte, dann hielt ich inne; Tinibalda blickte mir geradeaus ins Gesicht, beide waren wir inmitten der Menge erstarrt, die Leute wichen uns aus und schielten aus den Augenwinkeln zu uns rüber. „Bist du übergeschnappt?“, flüsterte sie mir zu. „Sag’s nochmal, wiederhol’s, was muss ich?“ – in der Dämmerung begannen über dem Eingang der Information die Nachrichten des Tages als Leuchtschrift zu laufen: Mogadiscio…“Bist du übergeschnappt?“ und sie versuchte, mir über die Wange zu streicheln. Ich schlug ihr mit der Faust die Hand weg. Alle Philatelisten, die ihre Stände um den Kinderwarenladen herum aufgebaut haben, hielten in ihrem Tauschhandel inne und umzingelten uns: „Gib Ruh’, Mann, liebe Frau, gehen Sie einfach, lassen sie ihn zum Teufel fahren“ – Tinibalda sah mich an, sie war schön und blinzelte oft. „Sag es, sag es nur – schrie ich sie an – sag, was ist denn nicht heiter genug, woher willst du denn wissen, was heiter ist?“ Ich hörte Gelächter. Ich schlug ihr noch einmal mit der Faust in die üppige Hüfte, es war die ruchloseste Hommage, die ich jemals dem Neorealismus erbracht habe: ein Streit mitten auf der Straße, zwischen einem Mann und einer Frau, die sich lieben. Sie drehte sich um und versuchte, sich aus der Menge herauszuwinden, das Wort Canberra spielte leuchtend auf ihrem Gesicht, ich packte sie und drehte sie um, wie im Film (wie in den leidenschaftlichen französischen Gabin-Morgan-Filmen, die es in der Filmothek zu sehen gab), ich drehte ihr den Arm um, dass sie aufschrie: „Au“, und jemand schlug mir auf die Schulter: „Du Monster!“ „Du willst mir sagen, was ich zu ändern habe? Was ich ändern…“ Sie strich sich mit der Hand über den Arm. Sie trieb mich in den Wahnsinn: „Willst du mich völlig zerstören? Willst du mich retten, du blöde Kuh…? Blöde Kuh…ich will dir nicht schreiben…“ „Dann schreib ihr nicht mehr!“ kommentierte ein Philatelist humoristisch. „Willst du, dass ich dir Blödsinn schreibe? Ich kann nicht… Ich will nicht…“ „Schreib, was du willst! donnerte Tinibalda endlich, und fahr zum Teufel mit all deinen Ideen!“, artikulierte sie, diesmal vollständig, diesen wesentlichen Satz.

Ich ließ sie die Straße überqueren, danach durchquerte ich den geöffneten Kreis derer, die ihre Flucht beschützt hatten und rannte ihr gleich nach, auf den Gehsteig des Armeeklubs, wo auf der Terrasse ein Café-Concert-Orchester gerade zum Lied Auf einem persischen Markt ansetzte. Ich weiß nicht, wie viele mir, ungeachtet der bestürzt bremsenden Autos, gefolgt waren. Tinibalda lief in Richtung des Boulevards weiter, mir kam der Gedanke, dass sie ins Trianon-Kino gehen würde, sie hatte mir in der Früh gesagt, dass sie sich Die Postkutsche ansehen wollte. Nach langen Jahren goldener Sterne war der erste Western in die Kinos gekommen. Ich konnte sie nicht allein lassen. Ich konnte den ersten Western in ihrem Leben nicht verpassen! Ich fing an, sie zu rufen: „Warte! Ich komme mit! Geh nicht ohne mich rein!“ Sie drehte sich nicht um, die Menschen lachten, stampften hinter mir her, ich hörte: „Gib nicht auf, hol sie ein! ach, was…, keine Frau ist es wert!...He, du, der Straßenbahn und den Frauen soll man nicht nachlaufen“; ich rief sie: „Tini, Mädel…“. Und auf einmal, „ehee, ehee“…Der Verkehr stand nicht still, die O-Busse sausten scharf vorbei zum Cişmigiu-Park hin, der Welt-Telex schlug weiter, Tinibalda schritt kraftvoll und entschlossen weiter, mit ihren breiten Hüften, in ihrem ärmellosen, angeschmiegten Sommerkleid, ich brüllte noch einmal: „ehee, ehee“, ein Mann sprach im fröhlichen Marsch das Urteil: „Lassen Sie ihn, er ist verrückt geworden!“ Aber Tinibalda blieb beim zweiten Ultimatum stehen – vor dem militärischen Museum neben dem Central-Kino. Sie wartete auf mich. Ich näherte mich, es war niemand mehr um uns herum:

-                      Nimm mich mit zur Postkutsche – flüsterte ich ihr mit der neuen Sanftheit des Olivenzweigs zu.

-                      …wenn du mir versprichst, sie zu ändern!

-                      Ich werde nichts ändern! schrie ich, gelb im Gesicht.

-                      …wenn du mir versprichst…

-                      …ich verspreche gar nichts!

-                      Ich kann nicht mit einem Verrückten leben – sagte sie glatt, normal, ohne jede Leidenschaft. Ihre Ruhe und Logik blendeten mich. Nur Verrückte…

Ich holte tief Luft und atmete durch, aus der Tiefe der Lungen nach vorn, als hätte ich mir gewünscht, dass sie wie ein böser Geist verschwinde. Tinibalda verschwand nicht, konnte aber den wahrsten Satz, der ihr jemals durch den Kopf – und durch mein Leben – gegangen war, nicht vollenden. Das Ende interessierte mich auch nicht – ich wusste es genau:

-                      Wir sehen uns, wenn sie erscheinen wird…

-                      In hundert Jahren? verband sie mit unerwartet schmerzvoller Witzelei das Leben, das sich aus der Wunde ergoss.

-                      In hundert Jahren… und mit einem weiteren karikaturhaft fröhlichen Sprung war ich bei Gambrinus, wo ich nach bewährter Bukarester Art eine Käsetasche und ein Bier bestellte.

Ich hatte immer das Glück, den Frauen, von denen ich mich getrennt hatte, nicht mehr zu begegnen. Dennoch kann ich – ihrem Fluch folgend – nichts anderes schreiben, als ich erlebt habe, unfähig, zu erfinden, unfähig, mich zu retten. Ein Trauma blieb zurück – ich rufe die geliebte Frau ab und zu an und statt jeden Wortes atme ich ihr schwer und zischend in den Hörer entgegen, als Zeichen, dass ich existiere. Danach lege ich auf.

 

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This July, The Observer Translation Project leaves its usual format to present a special CRISIS ISSUE. Things are tough all over. Hard Times suddenly feels like the book of the moment. The global economic crisis impacts life as we know it, and viewed from Bucharest the effects reverberate in domains that include geo-politics and publishing in Romania and abroad, with the crisis at The Observer Translation Project as an instance of a universal phenomenon. read more...

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